Sonntag, 8. März 2015, 17.00 Uhr
Interreligiöses Museum

Dr. Meike Hoffmann: Bernhard A. Böhmer – ein Händler »entarteter Kunst«

Eröffnungsveranstaltung | Vortrag mit Diskussion

Dr. Meike Hoffmann

Dr. Meike Hoffmann (Foto: Jan Hambura)

Der Bildhauer, Maler, Kunsthändler und Barlach-Freund und -Vertrauter Bernhard A. Böhmer wurde am 10.6.1892 in Ahlen geboren. Er war Mitglied im Kunstdienst der ev. Kirche und Händler zahlloser Kunstwerke der von den NS-Behörden zur Vernichtung vorgesehenen »entarteten Kunst«.

Bernhard A. Böhmer Nach der Machtergreifung der NSDAP gelang Böhmer der Aufstieg zu einem der führenden Kunsthändler im nationalsozialistischen Deutschland mit Kontakten zu ranghohen Nazis wie Joseph Goebbels und Hans Hinkel. Mit den eingenommenen Devisen und seinen guten persönlichen Beziehungen im nationalsozialistischen Kunstbetrieb konnte sich Böhmer auch für beschlagnahmte Arbeiten Barlachs einsetzen und für die Nachwelt erhalten.

Diese Ambivalenz in Böhmers Handeln dokumentiert sich bis heute in sehr weit auseinander gehenden Beurteilungen seines Lebens und Wirkens. Die einen sehen in ihm einen skrupellosen Profiteur des Hitler-Staates, die anderen den Retter zahlreicher Kunstwerke.

Dr. Meike Hoffmann ist die Autorin eines Buches über Böhmer und wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin der Forschungsstelle »Entartete Kunst« am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin.

Eine Veranstaltung der VHS und des »Forum Brüderlichkeit« in Zusammenarbeit mit dem Museum im Goldschmiedehaus.

Zur Eröffnung spricht:
Benedikt Ruhmöller (Bürgermeister Stadt Ahlen)

Ort:
Interreligiöses Museum im Goldschmiedehaus, Oststr. 69